Backstage – der nackte Wahnsinn

bühne

So heißt das Stück, mit dem wir heute Abend Premiere haben, aber es könnte tatsächlich auch einfach die Überschrift für diesen Post sein, denn eine solche Komödie zu erarbeiten, ist wirklich der Wahnsinn. Und hat mit Spaß erst mal nichts zu tun;-)!

Stellt Euch vor: Ihr schaut einem mittelmäßig begabtem Tourneetheaterensemble bei der Generalprobe zu einer rasanten KlippKlappKomödie zu. Diese Generalprobe wird permanent unterbrochen, entweder, weil jemand seinen Auftritt verpassst hat, oder weil ne Kontaktlinse rausfliegt, oder weil die Darsteller noch mal genau erklärt haben wollen, mit welcher Motivation sie eigentlich dies oder jenes spielen sollen. Sehr witzig, sehr schnell, sehr realitätsnah ;-))…Das ist der erste Akt.

Im zweiten Akt wohnt Ihr einer der nächsten Vorstellungen bei. Allerdings backstage. Das heißt: Das Bühnenbild wird um 180 Grad gedreht, und Ihr seht alles, was hinter den Kulissen passiert. „Dramatische“ Szenen, denn inzwischen haben sich diverse persönliche Beziehungen entwickelt, es geht um Streit, Eifersüchteleien und andere Komplikationen. Aber natürlich läuft die „Vorstellung“ weiter. Das heißt: in all dem pantomimischen Kuddelmuddel rast immer wieder jemand durch eine der Kulissentüren nach hinten raus ( also auf die „Bühne“), um seinen Part zu spielen.

Der dritte Akt ist dann die ichweißnichtwievielte Vorstellung. Bühne also wieder von vorn. Alles ist schon sehr mitgenommen, und in dieser Vorstellung geht auch noch alles schief. Und jeder Darsteller versucht auf seine Weise, das Ding noch irgendwie zu retten. Einer geht virtuos mit den sich ständig verändernden Situationen und Requisiten um, ein anderer zieht stur seinen Text durch.

Für uns heißt das: Doppelte Rollen, nämlich den Schauspieler spielen und die Rolle dieses Schauspielers..

Dann alles bis ins kleinste KlippKlappDetail choreographierem. Denn wenn sich die Rollen, die im „StückimStück“  im selben Haus sind, aber nichts voneinander wissen, sich begegnen, ist es einfach nicht mehr witzig.

Steigt da jetzt noch jemand durch? Also wir nur bedingt ;-)! Dreimal das selbe Stück, jedes Mal im Detail anders, mit variiertem Text.

Da wirsse bekloppst!

Und hier könnt Ihr nun ein bisschen hinter die Kulissen der Produktion schauen!

Miniaturbühnenbildentwurf – Siextiesoptik in beigebraun….

SONY DSCBühnen – und KostümzeichnungenSONY DSC

Provisorischer Aufbau des Bühnenbilds im ProbenraumIMG_0935

Gefühlte 3 Millionen mal diese Treppen rauf und runter gerannt!IMG_0945

Fast fertiges Bühnenbild

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von hinten..backstage 3


Figurine und erste Anprobe (alle Kostüme werden handgenäht)IMG_0828

Frisuren- und Schminkprobemaske

Backstage:

Hinterbühne/ Inspizientenpult/ Sardinen – unser präsentestes Requisit

Spickzettel für die komplizierten Auftritte/ Probenkostüme

Schon wieder Sardinen/ Requisiten

backstage collage_bearbeitet-1

Spickzettel  für die kleinen aber feine Unterschiede in den drei Akten

spickzettel collageNachmittags noch meine Requisiten vorbereiten: „Belinda“ hat in ihrer homöopathischen Reiseapotheke Kügelchen für alles und jeden! ;-)

IMG_1282Die erste Hauptprobe (alles wie Orginal, es folgt dann noch HP2 und Generalprobe):

hp1

Jetzt noch Premierengeschenke einpacken für 20 Kollegen auf und hinter der Bühne:

premeir nw

So, und jetzt drückt mir die Daumen, oder spuckt mir drei mal  – toitoitoi – über die linke Schulter, ja?
Liebe Grüße
barbara

nw1

15 Kommentare zu “Backstage – der nackte Wahnsinn

  1. TOI,TOI,TOI!!!!
    Kann ich da nur sagen!
    Das war sehr spannend mit dir mal hinter die Kulissen zu schauen.
    Ich glaube, ich habe das Stück schon mal bei uns im Theater gesehen, der Kulissenwechsel, Bühne von vorne und dann von hinten, kam mir bekannt vor.
    Ich weiß noch, das da ein irres Tempo drin war, aber sonst kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Ich bin gespannt, ob alles klappt und würde mich freuen, wenn du noch mal was darüber schreiben würdest.
    Ach eins noch: Wahnsinn , wie wandlungsfähig du bist!!!
    Die Fotos beim Friseur und dann im Kostüm, kaum zu erkennen.:-).
    Außerdem war ich erstaunt, dass diese „Turmfrisur“ keine Perücke ist, sondern frisiert wird.
    Toller post!!
    LG,
    Monika

  2. Guten Morgen liebe Barbara,

    immer wieder aufs neue soooo spannend die Einblicke in dein Schauspieler Dasein und der Blick hinter die Kulisse. Das klingt alles höchst spannend und in diesem Fall nach harter Arbeit. Dann drücke ich Euch mal fest die Daumen und wünsche Dir ein wunderbares Wochenende,
    Sabine

  3. Das würde ich so gerne sehen – toitoitoi!

    Gestern auf dem Schultreffen habe ich mit meiner längst pensionierten Theaterlehrerin noch über das Stück gesprochen und einige Leute getroffen, die damals auch mitgespielt hatten. Glaub es oder nicht, jeder von uns hat es immer noch als eine besondere und wunderbare Zeit in Erinnerung.

    Alles Liebe für Dich, beste Grüße (auch an die Sardinen :-))
    von Nina

  4. Welches Theater? Es wird in Deutschland laut google in Wiesbaden, Göttiingen und Hamburg aufgeführt! Bei welchem Ensemble bist du denn dabei? Vielleicht kann ich Karten ergattern!
    Groetjes
    Sandra

  5. Ah, das seh ich ja jetzt erst – du bist ein Profi, wie cool! Ist ja beruhigend, dass es nicht nur mir so geht mit der Hibbelei.
    Hab grad eben auch schon deinen Blog abonniert, weil ich später noch mal gucken wollte. War wohl ne gute Entscheidung, denke ich…
    Bis demnächst also!
    Liebe Grüße

  6. zu spät zum toi toi toi rufen, aber gute wünsche für jede weitere vorstellung!
    beinah hätte ich ja diesen spannenden post verpasst, irgendwie zeigt blogger mir deinen nie an, warum auch immer. ich muss es mal überprüfen. auf jeden fall bin ich ja ganz begeistert von deiner turmfrisur, obwohl – den ganzen abend damit rumzuspazieren ist bestimmt anstrengend. und das kostümchen ist sehr fein anzuschauen! viel erfolg mit dem stück – ich würds auch gern sehen!
    herzlichen gruß von mano

  7. Wir haben es gesehen! Letzten Samstag! Es war prima! Am besten gefiel uns – wir waren zu viert da – der letzte Teil, da da noch einige wirklich überraschende Pointen auftauchten. Im mittleren Teil habe ich ein bisschen die Übersicht verloren, da soviel Verwirrendes passiert ist. Wer wütend auf wen war und warum, konnte ich am Ende nicht mehr erfassen – irgendwie war jeder auf jeden böse, oder?
    Eine Frage hätte ich noch: Wie schafft ihr Schauspieler es, ernst zu bleiben, wenn im Publikum Leute sitzen, die es bei jeder Pointe schier zerreisst vor Lachen? Ich finde das unglaublich!
    Vielen Dank für den schönen Abend, liebe Barbara und liebes Theater Trier!
    Gros bisou
    Sandra

    Dieser Ausflug wäre was für den richtigen Film! Wie geht das denn?

Ich freue mich sehr über Eure Kommentare. Ich lese sie alle! Auch wenn ich es nicht immer schaffe, jeden Einzelnen zu beantworten! Danke!!

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